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Wie sehr Jako die Kooperation mit dem VfB freut

In der beginnenden Zweitliga-Saison läuft das Stuttgarter Team in Trikots aus Hohenlohe auf: Jako hat Puma als Ausrüster abgelöst.

Es geht ums Geld, und nicht um Kleingeld. Aus der Sicht des schwäbischen Unternehmers ist der Freitagabend wichtig. Aber Rudi Sprügel schaut nicht nur als Firmenchef auf den Stuttgarter Start in die Zweitliga-Saison. Er ist auch VfB-Fan. Es ist sein Herzensverein. "Bei dem wir als Jugendliche oft im Stadion waren, zu Hansi Müllers Zeiten."

Wenn es nun los geht in der 2. Liga, am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) gegen Hannover 96, wird Rudi Sprügel wieder im Stadion sein. Als Fan und als Geldgeber. Erstmals wird der VfB Stuttgart ein Punktspiel in einem Dress von Jako bestreiten. Und Sprügel ist der Gründer und Chef des Hohenloher Ausrüsters. Jako hat seinen Sitz im kleinen Hollenbach. Für die Firma war es ein Coup, mit Schwabens Fußballstolz ins Geschäft zu kommen. Noch vor dem Abstieg. Und trotzdem. "Der VfB war schon immer ein Herzenswunsch", sagt Rudi Sprügel.

Von Adidas über Puma zu Jako

Einst waren die Stuttgarter ein Adidas-Verein, als die deutsche Nummer eins unter den Sportausstattern noch die Bundesliga dominierte. Zuletzt lief der VfB lange in Puma-Trikots auf. Adidas ist mittlerweile nur noch Partner des FC Bayern. Jako hat im Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen auch einen hochrangigen deutschen Club unter Vertrag. Aber für den Chef ist der VfB immer noch ein großer Fisch. "Obwohl da gerade Demut angesagt ist."

Man merkt es Rudi Sprügel an, wenn man ihm in der Firmenzentrale gegenüber sitzt, dass das Wohl und Wehe des Stuttgarter Zweitligisten für den Jako-Boss keine Randnotiz ist. "Beim VfB ist die Stimmung im Moment ja ziemlich aufgeladen." Erst der bittere Abstieg, dann die missratene Mitgliederversammlung und der Rücktritt von Präsident Wolfgang Dietrich - "ein erfolgreicher Start in die Saison ist für den VfB jetzt ganz, ganz wichtig", sagt Sprügel. "Im Moment sind die Fans noch ein bisschen gespalten, wissen nicht, in welche Richtung es geht. Wenn es in der 2. Liga gut läuft, ist der Abstieg schnell vergessen. Aber wenn es schlecht läuft und der Frust sich richtig tief reinfrisst, dann wird es hart."

Der VfB Stuttgart als Multiplikator

Wenn Rudi Sprügel um Hollenbach herum unterwegs ist, sieht er ganz viele Trikots und Shirts aus eigener Herstellung. Hohenlohe ist Jako-Land. Aber jetzt hat der VfB Stuttgart überall im Ländle dafür gesorgt, dass Jako-Trikots spazieren getragen werden. "Ich sag immer, es sind noch viel zu wenige", scherzt der Firmenchef, um hinterherzuschieben: "Nein, die Entwicklung ist natürlich super." Der VfB ist ein guter Multiplikator. "Auch wenn es sich sportlich gerade in die falsche Richtung entwickelt hat mit unserem VfB. Aber er ist und bleibt das Aushängeschild der Region. Wir hoffen alle, dass wir nach der Saison Grund zum Feiern haben."

So sagt es Sprügel. Der sofortige Wiederaufstieg in die Bundesliga ist nicht nur das Ziel der Stuttgarter Funktionäre, auch der Trikotlieferant, der pro Jahr etliche Millionen Euro an den VfB überweist, hofft darauf. "Es ist eben ein Traditionsverein, der eine brutal gesunde Fanbasis hat. Natürlich waren die Fans sauer über den abermaligen Abstieg. Aber jetzt hoffen wir auch alle, dass der sportliche Switch mit einer runderneuerten Mannschaft Erfolge bringt."

Rudi Sprügel sagt vor dem Auftakt gegen Hannover 96: "Ich wünsche mir einen 2:1-Sieg. Zumindest einen Sieg, das Ergebnis ist letztlich wurscht."

Wiederaufstieg gilt nicht als Selbstläufer

Denn es geht vor allen darum, den Frust-Modus der vergangenen Saison in positiven Schwung zu verwandeln. "Die vielen neuen Spieler sind natürlich auch eine Herausforderung. Man muss da Geduld aufbringen mit der Mannschaft. Der VfB ist aufgrund seines Namens, seines Potenzials und seiner Wirtschaftskraft in der Favoritenrolle, aber die Mannschaft braucht auch Zeit, um sich zu entwickeln. Der neue Trainer mit seinen Ideen braucht Zeit. Hoffentlich haben die Fans Geduld, sollte es am Anfang nicht gleich gut laufen."

Das könnte passieren, los geht es gegen einen Mitabsteiger aus dem Oberhaus. Sprügel weiß, dass die Mission Wiederaufstieg kein Selbstläufer ist. "Es sind in dieser Saison gleich vier Mannschaften, die nicht nur hoch wollen, sondern es fast müssen. Der VfB, Hamburg, Hannover und auch Nürnberg. Es geht danach auch gleich weiter. Bochum wird ganz heiß gehandelt in Insiderkreisen, weil die eine gestandene Mannschaft haben. Die Spitze ist breit."

Und das Risiko ist entsprechend groß.

Aber ein Unternehmer wie Rudi Sprügel schaut eher auf die Chance als aufs Risiko. Wobei, zumindest eines ist glasklar: VfB-Präsident will er bei der nach dem Dietrich-Rücktritt erforderlichen Wahl nicht werden. "Nein, wirklich nicht. Darüber habe ich nicht im allerhintersten Hinterkopf nachgedacht." Der Jako-Chef lacht herzhaft. "Da gibt es geeignetere Kandidaten, denke ich." Dann wird er ernst. "Ich muss auch sagen, ich bin bei dieser ganzen Präsidentenkritik, die Wolfgang Dietrich über sich ergehen lassen musste, nicht ganz dabei. Man kann diesen Mann nicht komplett alleinverantwortlich machen für den sportlichen Niedergang. Auch die Art und Weise, wie man mit ihm umgegangen ist, war nicht in Ordnung. Mit Sicherheit hat er Fehler gemacht, aber wenn es dann Morddrohungen und Ähnliches gibt, das geht weit über den Rahmen hinaus."

Die Entwicklung von Leverkusen ging zuletzt in die entgegengesetzte Richtung

Im Reich von König Fußball gibt es nicht nur Jubel, Trubel, Heiterkeit. Rudi Sprügel durfte aber auch das miterleben. Als es in der Rückrunde für den VfB Richtung 2. Liga ging, schaffte der Jako-Club Bayer Leverkusen noch den Sprung in die Champions League. Mit "offensivem, spektakulären Fußball. Das hat Freude gemacht, gerade wenn da junge Spieler sind wie Havertz, Brandt, Bailey, Tah."

Sprügel ist vor allem von der Entwicklung des Jungnationalspielers Kai Havertz fasziniert. So einen hätte er im 30. Jahr der erfolgreichen Firmengeschichte gerne als Werbe-Gesicht für Jako unter Vertrag. "Absolut. Aber das ist für uns eine Sphäre, die unsere Finanzkraft sprengen würde. Bei einem Ronaldo oder einem Messi, da bewegen wir uns im 100-Millionen-Bereich für eine Privatvermarktung. Da sind wir trotz der vielen Trikots und Shirts, die wir verkaufen, noch eine Nummer zu klein. Aber es ist der Wunsch und das Ziel, einen solchen Kopf zu finden. Gerade wenn es um solche positiven Gesichter geht wir bei Kai Havertz. Der überzeugt nicht nur fußballerisch, sondern auch mit seiner Persönlichkeit. Wenn man so jemanden vermarkten kann, ist das ein Glückstreffer."

Erst einmal wäre Rudi Sprügel aber sehr zufrieden, sollte der VfB Stuttgart, sein Herzensverein, den Bundesliga-Aufstieg klar machen. Jako würde gerne ganz, ganz viele Aufstiegs-Shirts herstellen.

Von Andreas Öhlschläger

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