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Schorndorfs OB Klopfer will VfB-Präsident werden

Der Schorndorfer Oberbürgermeister möchte Präsident beim VfB Stuttgart werden. Am Freitag war er als Wahlkämpfer im Cannstatter Stadion. Sein Ziel ist, den Verein zu einen.

Matthias Klopfer war am Freitagabend im Stadion. Natürlich. Das 51 Jahre alte Mitglied des VfB Stuttgart wollte beim Heimspiel zum Auftakt der 2. Bundesliga gegen Hannover 96 seinen Herzensclub unterstützen. Und sich vernetzen. Zuhören. Wahlkampf machen.

Nicht etwa als Oberbürgermeister von Schorndorf, sondern als Nachfolger von Wolfgang Dietrich: Matthias Klopfer will VfB-Präsident werden. Nach der chaotischen Mitgliederversammlung und dem Rücktritt des umstrittenen ehemaligen Unternehmers habe er sich gesagt: "Matthias, das musst du machen."

Das hat auf Klopfers Familienleben schon jetzt Auswirkungen - obwohl die außerordentliche Mitgliederversammlung, auf der ein neue Vereinschef gewählt werden soll, erst am 15. Dezember stattfindet: "Meine Frau ist nicht der allergrößte Fußball-Fan." Erschwerend kommt hinzu: Matthias Klopfer und Anni Betz hatten am Freitag Hochzeitstag. Gibt es etwas Schöneres, als den Abend eines Hochzeitstages mit einem Heimspiel im Fußball-Stadion ausklingen zu lassen?

Das Wichtigste: den Verein einen und zusammenhalten

"Er kann wahnsinnig schnell denken und lesen", wird Anni Betz auf der Homepage ihres Mannes zitiert. "Leider redet er manchmal auch zu schnell." Doch die Aussage des SPD-Politikers, VfB-Präsident werden zu wollen, ist kein mal eben so daher gesagter Schnellschuss. "Den Verein zu einen und zusammenzuhalten, ist jetzt das Allerwichtigste", sagt Matthias Klopfer, der davon überzeugt ist, genau das nach mehr als 20 Jahren als Führungskraft in der Politik besser zu können als etwa Wirtschaftsführer.

Das soll nicht Kritik an Wolfgang Dietrich sein: "Ich kann nichts zu seiner Sitzungsleitung sagen." Es brauche jetzt aber einen konsensbemühten Entscheider und Impulsgeber.

Matthias Klopfer redet tatsächlich schnell. Am Telefon berichtet er von konstituierenden Sitzungen, der Gartenschau im Remstal, bei der er repräsentative Aufgaben habe, aber auch "ganz einfach was schaffen" müsse. "Ich bin ganz normal im OB-Modus", sagt der Vorsitzende der Sportregion, der in Stuttgart geboren wurde und Politik- und Sportwissenschaften studierte. Keine Frage: Sein Amt in Schorndorf ließe sich mit der Aufgabe beim VfB unter einen Hut bringen, sagt er.

Manchmal schießt einer am Tor vorbei - und jetzt?

Matthias Klopfer weiß, wie Wahlkampf geht. "Ich werde es genauso machen wie in der Politik; ich werde zuhören." Aber ein offizielles Gespräch etwa bei einem Fanclub hat es noch nicht gegeben, er sei dabei, sich da und dort selbst einzuladen, Gespräche mit Journalisten zu führen, Kontakt zu Bloggern zu suchen. Was angenehm auffällt: Matthias Klopfer fehlt der Fanatismus, ihn zeichnet Pragmatismus aus.

"Ich bin in den Zweitausenderjahren halt VfB-Mitglied geworden, ich weiß gar nicht genau wann." Fußball sei für ihn die schönste Nebensache der Welt. "Manchmal schießt da einer am Tor vorbei - und jetzt?" Dennoch wird mitunter genau dafür der Präsident verantwortlich gemacht. "Wenn du an der Spitze stehst, musst du Klopfer-raus-Rufe ertragen können."

Auch als OB hat Matthias Klopfer schon viel ertragen müssen. Das Schorndorfer Stadtfest war vor zwei Jahren wegen angeblich randalierender Flüchtlinge "bis in die USA und Australien", so Klopfer, in die Schlagzeilen geraten. "Es gab Bedrohungen gegen meine Familie und mich selbst." Mit anderen Worten: Matthias Klopfer weiß, worauf er sich mit seinem Kandidatur eingelassen hat.

Egal, wie es ausgeht ("Natürlich will ich gewinnen"): Matthias Klopfer hofft, den Impuls gegeben zu haben, dass über das Amt des VfB-Präsidenten wieder sachlich gesprochen wird. Ja, Matthias Klopfer ist schon jetzt ein Gewinner.

Von Lars Müller-Appenzeller

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