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Matthias Klopfer war am Freitagabend im Stadion. Natürlich. Das 51 Jahre alte Mitglied des VfB Stuttgart wollte beim Heimspiel zum Auftakt der 2. Bundesliga gegen Hannover 96 seinen Herzensclub unterstützen. Und sich vernetzen. Zuhören. Wahlkampf machen.

Nicht etwa als Oberbürgermeister von Schorndorf, sondern als Nachfolger von Wolfgang Dietrich: Matthias Klopfer will VfB-Präsident werden. Nach der chaotischen Mitgliederversammlung und dem Rücktritt des umstrittenen ehemaligen Unternehmers habe er sich gesagt: "Matthias, das musst du machen."

Das hat auf Klopfers Familienleben schon jetzt Auswirkungen - obwohl die außerordentliche Mitgliederversammlung, auf der ein neue Vereinschef gewählt werden soll, erst am 15. Dezember stattfindet: "Meine Frau ist nicht der allergrößte Fußball-Fan." Erschwerend kommt hinzu: Matthias Klopfer und Anni Betz hatten am Freitag Hochzeitstag. Gibt es etwas Schöneres, als den Abend eines Hochzeitstages mit einem Heimspiel im Fußball-Stadion ausklingen zu lassen?

Das Wichtigste: den Verein einen und zusammenhalten

"Er kann wahnsinnig schnell denken und lesen", wird Anni Betz auf der Homepage ihres Mannes zitiert. "Leider redet er manchmal auch zu schnell." Doch die Aussage des SPD-Politikers, VfB-Präsident werden zu wollen, ist kein mal eben so daher gesagter Schnellschuss. "Den Verein zu einen und zusammenzuhalten, ist jetzt das Allerwichtigste", sagt Matthias Klopfer, der davon überzeugt ist, genau das nach mehr als 20 Jahren als Führungskraft in der Politik besser zu können als etwa Wirtschaftsführer.

Das soll nicht Kritik an Wolfgang Dietrich sein: "Ich kann nichts zu seiner Sitzungsleitung sagen." Es brauche jetzt aber einen konsensbemühten Entscheider und Impulsgeber.

Matthias Klopfer redet tatsächlich schnell. Am Telefon berichtet er von konstituierenden Sitzungen, der Gartenschau im Remstal, bei der er repräsentative Aufgaben habe, aber auch "ganz einfach was schaffen" müsse. "Ich bin ganz normal im OB-Modus", sagt der Vorsitzende der Sportregion, der in Stuttgart geboren wurde und Politik- und Sportwissenschaften studierte. Keine Frage: Sein Amt in Schorndorf ließe sich mit der Aufgabe beim VfB unter einen Hut bringen, sagt er.

Manchmal schießt einer am Tor vorbei - und jetzt?

Matthias Klopfer weiß, wie Wahlkampf geht. "Ich werde es genauso machen wie in der Politik; ich werde zuhören." Aber ein offizielles Gespräch etwa bei einem Fanclub hat es noch nicht gegeben, er sei dabei, sich da und dort selbst einzuladen, Gespräche mit Journalisten zu führen, Kontakt zu Bloggern zu suchen. Was angenehm auffällt: Matthias Klopfer fehlt der Fanatismus, ihn zeichnet Pragmatismus aus.

"Ich bin in den Zweitausenderjahren halt VfB-Mitglied geworden, ich weiß gar nicht genau wann." Fußball sei für ihn die schönste Nebensache der Welt. "Manchmal schießt da einer am Tor vorbei - und jetzt?" Dennoch wird mitunter genau dafür der Präsident verantwortlich gemacht. "Wenn du an der Spitze stehst, musst du Klopfer-raus-Rufe ertragen können."

Auch als OB hat Matthias Klopfer schon viel ertragen müssen. Das Schorndorfer Stadtfest war vor zwei Jahren wegen angeblich randalierender Flüchtlinge "bis in die USA und Australien", so Klopfer, in die Schlagzeilen geraten. "Es gab Bedrohungen gegen meine Familie und mich selbst." Mit anderen Worten: Matthias Klopfer weiß, worauf er sich mit seinem Kandidatur eingelassen hat.

Egal, wie es ausgeht ("Natürlich will ich gewinnen"): Matthias Klopfer hofft, den Impuls gegeben zu haben, dass über das Amt des VfB-Präsidenten wieder sachlich gesprochen wird. Ja, Matthias Klopfer ist schon jetzt ein Gewinner.

wie Anstoßzeiten

Samstag ab 15.30 Uhr? Diese Spielzeit gibt es nur zu Saisonbeginn, ansonsten wird in Liga zwo wie folgt gekickt: Freitagabends um 18.30 Uhr (zwei Partien), samstags um 13 Uhr (drei Spiele), sonntags um 13.30 Uhr (drei) und montags um 20.30 Uhr (eins). Zusammenfassungen zeigt am Freitag ab 22.30 Uhr Sport 1; am Montag ab 22.15 Uhr RTL Nitro.

wie Baden-Württemberg

Vier Teams in Liga zwei sorgen für doppelt so viel Ländle-Power wie bisher. Zu den bisherigen Teams 1. FC Heidenheim und SV Sandhausen gesellen sich der Karlsruher SC sowie der VfB Stuttgart. Macht zwei Mal Baden, zwei Mal Württemberg - 2:2.

wie Charakter

Kampfbetonter als in der Bundesliga geht es in der 2. Liga zu. Das ist etwas für Mentalitätsspieler. Nur mit Schönspielerei kommt man in Aue, Kiel oder Sandhausen nicht zu Punkten.

wie deutscher Meister

Den Titel haben einige Zweitligisten schon geholt. Der 1. FC Nürnberg (neun Mal), der Hamburger SV (sechs Mal), der VfB Stuttgart (fünf Mal) - und auch der Karlsruher SC. Dessen Vorgängerclub FC Phoenix war vor 110 Jahren mal Meister. Im Jahr 1909. Auch Holstein Kiel (1912) und die SpVgg Greuther Fürth (als SpVgg Fürth 1914, 1926 und 1929) dürfen im Briefkopf auf Meisterehren verweisen. Und Dynamo Dresden holte acht Mal den Titel in der DDR.

wie Ewige Tabelle

Wie in Liga eins haben auch in Liga zwei Bayern die Nase vorn. Allerdings aus dem Fränkischen. Die Spvgg Greuther Fürth hat die meisten Zweitligapunkte gesammelt. Auf Rang sechs der historischen Zweitligatabelle steht übrigens ein Stuttgarter Verein. Die Stuttgarter Kickers, mittlerweile das zweite Jahr nacheinander in der fünftklassigen Oberliga Baden-Württemberg beheimatet. Der VfB Stuttgart liegt auf Rang 68 und wird in den nächsten Wochen vorbeipflügen am VfB Oldenburg, Wacker Burghausen und Westfalia Herne. Der VfR Heilbronn ist übrigens 111., der VfB Eppingen 120. der ewigen Tabelle.

wie Fernsehpräsenz

Alle Spiele zeigt nur Sky live. Zusammenfassungen der Samstagspiele gibt es in der ARD-Sportschau (ab 18.30 Uhr) und im ZDF-Sportstudio (23 Uhr) zu sehen. Die Highlight-Zusammenfassungen der 2. Bundesliga laufen freitags und sonntags in der Sky Produktion "Sky Sport News HD" und parallel auf Sport 1. Das Montagabendspiel überträgt nur Sky - und ist nicht wie früher live auf Sport 1 zu sehen.

wie Gründung

Bald wird die 2. Liga 45 und ist somit elf Jahre jünger als der große Bruder. Das erste Zweitligaspiel fand übrigens am 2. August 1974 statt.

wie häufigste Spielpaarung

Da gibt es gleich zwei Duelle. Fortuna Köln und Hannover 96 spielten in 20 gemeinsamen Saisons 40 Mal gegeneinander. Ebenso oft gab es das Zweitliga-Duell Fortuna Köln gegen Wattenscheid 09. In der aktuellen Saison steht das Duell auch auf dem Spielplan: allerdings in der Regionalliga West.

wie Inländer

Als einziger Verein der 2. Liga hat der 1. FC Heidenheim aktuell nur Spieler unter Vertrag, die einen deutschen Pass haben. Die meisten Legionäre stehen im Aufgebot der Aufstiegsfavoriten VfB Stuttgart (zwölf) und Hamburger SV (14). Einer der Heidenheimer stammt übrigens aus Bönnigheim: Kapitän Marc Schnatterer.

wie Jako

Die Hohenloher Ausrüster sind fürs Trikot des VfB Stuttgart verantwortlich. Im neuen Trikot ist Musik drin. Auf der Rückseite des Halsbereichs sind die Liedzeilen der VfB-Hymne "Wir werden immer zu dir steh’n, für immer VfB" eingearbeitet. Außerdem sind zwei Klangkurven, die die Songzeile grafisch wiedergeben, bei genauem Hinschauen zu entdecken.

wie Kohle

Durch den Abstieg geht dem VfB Stuttgart ganz schön viel TV-Geld verloren. Als Zweitligist erhält der Club noch 24 Millionen Euro an TV-Geld. Zum Vergleich: Der 1. FC Köln als Erstliga-Aufsteiger bekommt in der aktuellen Spielzeit 38 Millionen Euro.

wie Landgraf

508 Spiele bestritt Willi Landgraf für Zweitliga-Größen wie Essen, Homburg, Gütersloh und Aachen. An diese Marke kommt von den aktuellen Zweitligakickern so schnell keiner ran.

wie Marktwerte

Der Kader des VfB Stuttgart ist rund zehn Mal so viel wert wie jener der Aufsteiger Karlsruher SC oder SV Wehen Wiesbaden. Wertvollster Spieler der 2. Liga ist laut transfermarkt.de übrigens Waldemar Anton (Hannover 96) mit einem Marktwert von zwölf Millionen Euro.

wie Nordrhein-Westfalen

NRW war einst die Macht im deutschen Unterhaus. Uerdingen, Aachen, Fortuna Köln, Essen, Wattenscheid, Oberhausen. Allesamt in den Niederungen der 3. und 4. Liga verschwunden. Gerade einmal zwei Zweitligisten stellt das bevölkerungsreichste Bundesland in der neuen Zweitliga-Spielzeit noch: Arminia Bielefeld und VfL Bochum. Der VfL ist der dienstälteste aktuelle Zweitligist. Für die Mannschaft von Trainer Robin Dutt ist es die zehnte Zweitligasaison in Serie.

wie Originale

Stuttgarts Ersatztorwart Jens Grahl ist ein Original-Schwabe, er ist sogar gebürtiger Stuttgarter. Weitere Schwaben im VfB-Kader: Timo Baumgartl (vorm Abgang nach Eindhoven) kommt aus Böblingen, Daniel Didavi aus Nürtingen, Luca Mack aus Löchgau und Mario Gomez aus Riedlingen.

wie Punkte

Den Punkterekord (18 Teams, Drei-Punkte-Regel) hält Hertha BSC mit 76 Zählern, die in der Saison 2012/13 zum Zweitliga-Titel führten. In der Vorsaison reichten schon 57 Punkte zum direkten Aufstieg, 2017/18 waren es 60, 2016/17 bedurfte es jedoch 67 Zählern, ebenso in der Saison 2015/16.

wie Qualität

Die beste 2. Liga der Welt? In Sachen Zuschauerschnitt auf jeden Fall. Der Rekord steht bei 21.732 Zuschauern im Schnitt pro Saison aus der Spielzeit 2016/17. Der wackelt nun dank zuschauerstarker Teams wie dem VfB, HSV, Hannover 96 und 1. FC Nürnberg. Vor drei Jahren war der VfB Stuttgart zuletzt Zweitligist - und schraubte den Liga-Schnitt durch seine damals durchschnittlich 50 515 Zuschauer in die Höhe.

wie Rekordspiel

In die Rubrik Angeberwissen für Zweitliga-Fans fällt die Partie mit den meisten Toren. 13 an der Zahl gab es am 34. Spieltag der Saison 1996/97, als der 1. FC Kaiserslautern mit 7:6 gegen den SV Meppen gewann.

wie Schatzschneider

Die lebende Legende von Hannover 96 hält den Rekord für die meisten Zweitliga-Tore. 153 Mal traf der heute 61-jährige Dieter Schatzschneider für Hannover 96 und Fortuna Köln. Als einziger aktueller Profi steht Simon Terodde (118 Zweitliga-Tore) in den Top Ten. Doch der spielt mit seinem 1. FC Köln nun wieder erstklassig.

wie Torschützenkönig

Gesucht wird in dieser Saison ein Nachfolger von Simon Terodde und seinen stattlichen 29 Saisontoren. Die Bestmarke steht übrigens bei 42 Toren, die Horst Hrubesch in der Spielzeit 1977/78 erzielte - für Essen.

wie Ungleichgewicht

Ein Ungleichgewicht gibt es nicht nur bei den Budgets der Vereine, sondern auch bei den Stadiongrößen. So passen in die vier WM-2006-Arenen in Stuttgart (60.000), Hamburg (57.000), Nürnberg (50.000) und Hannover (49.000) wesentlich mehr Zuschauer als auf die Stadionbaustellen in Wiesbaden (9100) oder Darmstadt (12.468).

wie VAR

Fußball ohne Videobeweis? Ohne Wartezeit und mit endgültigem Torjubel? Das gibt es auch in der 2. Liga nicht mehr. Der Kölner Keller greift nun auch im Unterhaus ein. Rund 180.000 Euro Mehrkosten kommen jeweils auf die Zweitligisten zu. Ob der Ärger und die Startschwierigkeiten ähnlich groß sein werden wie in der 1. Bundesliga?

wie Winterpause

In Liga zwei darf der Winterurlaub ein bisschen länger dauern als in Liga eins. Vom 23. Dezember 2019 bis zum 27. Januar 2020 ist Winterpause in der 2. Liga. Das sind anderthalb Wochen mehr als in der Bundesliga.

wie X-Faktor

Wer wird das Überraschungsteam der Saison? Also Nachfolger des SC Paderborn, der zuletzt den Durchmarsch aus Liga drei in Liga eins schaffte. Bei den Spielern bringen Profis wie Ron-Robert Zieler (Weltmeister 2014) oder Mario Gomez (Champions-League-Sieger 2013) einen gewissen Star-Faktor mit.

wie Yippie

Mit Jubelschreien und zwei Aufstiegsfeiern wird die Zweitliga-Spielzeit am 17. Mai um 17.20 Uhr enden. Eine davon soll dann in der Stuttgarter Arena steigen, wo an diesem Tag der SV Darmstadt zum Saisonfinale gastiert.

wie Zuschauerrekord

Im Münchner Olympiastadion fand 1977 das Zweitliga-Spitzenspiel TSV 1860 München gegen den VfB Stuttgart statt. 77.573 Zuschauer sahen im Saisonendspurt eine Nullnummer, deren bleibender Wert in der Rekord-Kulisse besteht - auch über diese Spielzeit hinweg.

Die Bilanz des Hoffenheimer Trainingslagers in Windischgarsten fällt positiv aus. "Fußballerisch haben wir viele Übungen für das Spiel im letzten Drittel gemacht, Überzahlsituationen geübt", sagt Trainer Alfred Schreuder. Bei den Spieleinheiten mussten die Unterlegenen zehn Liegestütze machen. Gewinner und Verlierer gibt es nach vier Wochen unter dem neuen Trainer - das ist die Situation im Kader der TSG.

Die Stammspieler:

Oliver Baumann ist die klare Nummer eins im Tor. In der Innenverteidigung sind Kapitän Kevin Vogt und Benjamin Hübner die Abwehrbosse. Pavel Kaderabek ist vor Joshua Brenet der Rechtsverteidiger. Auf der Sechserposition ist der ligaweit unterschätzte Florian Grillitsch gesetzt. Die Langzeitverletzten Dennis Geiger und Lukas Rupp sind Alternativen.

Die Wechselkandidaten:

Robert Zulj, Havard Nordtveit und Philipp Ochs dürften es schwer haben, bei nur zwei Wettbewerben (Liga und Pokal) zu Einsatzzeiten zu kommen. Für Justin Hoogma und/oder Kevin Akpoguma dürfte eine weitere Leihe Sinn machen. Es gibt ein Überangebot in der Defensive, wenn Kasim Adams nach seinem Afrika-Cup-Urlaub wieder einsteigt.

Der Gewinner:

Heißt Vincenzo Grifo. Dem italienischen Nationalspieler hat die Ausleihe nach Freiburg gut getan. "Ich fühle mich pudelwohl", sagt er. Das ist zu sehen: Beim Torschusstraining glänzte er mit seiner Trefferquote. "Um seine Qualität weiß jeder. Und er macht bislang eine sehr gute Vorbereitung. Er hat natürlich mit seinen Standards eine brutale Waffe. Ich glaube, da ist er der Beste in der Liga", lobt Alfred Schreuder. Grifo, den Schreuder auf Links sieht, könnte aus der Hoffenheimer Standardschwäche eine Stärke machen.

Die Duelle:

Im Vorjahr gab es auf der linken Seite für Steven Zuber kein Vorbeikommen an Nico Schulz. Jetzt ist der Nationalspieler in Dortmund. Die Position auf der linken Seite ist vakant. Zuber und Neuzugang Kostas Stafylidis streiten um die Schulz-Nachfolge. "Ich bin nicht hier, um auf der Bank zu sitzen", sagt Steven Zuber selbstbewusst. Als dritter Innenverteidiger in einer Dreierkette lautet aktuell die Frage: Stefan Posch oder Ermin Bicakcic?

Die Herausforderer:

Im Mittelfeld hängt einiges von Nadiem Amiri ab. Stimmt die Ablöse, spricht viel für einen Wechsel des Eigengewächses nach Leverkusen, sein Vertrag läuft 2020 aus. Amiri selbst schweigt. "Wir hoffen alle, dass er hier bleibt. Stand jetzt ist er Hoffenheimer. Ob er das bleibt, weiß man nie im Fußball", sagt Schreuder. Leo Bittencourt spielte in der Vorsaison eine starke Vorbereitung - eine schwache Saison folgte. Und jetzt? Von den Youngstern hat der 19-jährige Christoph Baumgartner die besten Aussichten, als nächster Akademiespieler den Durchbruch zu schaffen.

Der junge Brasilianer Lucas Ribeiro muss sich nach wenigen Monaten in Deutschland noch an Sprache und Tempo gewöhnen. Dieses Problem hat Ihlas Bebou nicht. Der Neuzugang bringt als Rechtsaußen viel Tempo ins Spiel. Wie Neuzugang Sargis Adamyan und Adam Szalai könnte er von den Verletzungsproblemen im TSG-Sturm profitieren. Andrej Kramaric zwickte es im Trainingslager am Knie. Mal sei es besser, mal schlechter, sagt Schreuder. Ishak Belfodil (Kreuzband) drehte in Windischgarsten eher gemächlich seine Runden um den Trainingsplatz. "Es ist schade, dass Andrej und auch Ishak zurzeit nicht trainieren können", sagt Alfred Schreuder.

Weitere Neuzugänge:

Fast 100 Millionen Euro beträgt das Transferplus durch die Verkäufe der drei Leistungsträger Kerem Demirbay (32 Millionen), Nico Schulz (25), Joelinton (45) - und nicht zu vergessen auch von Trainer Julian Nagelsmann (fünf Millionen). Viel Geld. Das man ausgeben muss? "Das Geld sichert uns nachhaltig Bundesliga-Fußball in der Region. Wir werden ganz genau schauen, wie wir in Zukunft investieren werden", sagt Sportdirektor Alexander Rosen dazu. Geht auch Nadiem Amiri, herrscht Bedarf im Mittelfeld. Geld wäre genug vorhanden.

A-Elf spielt 0:0 gegen Hellas Verona, B-Team 3:3 gegen Trabzonspor

Die TSG Hoffenheim hat zum Abschluss des Trainingslagers in Österreich zwei Härtetests absolviert. Der Bundesligist trennte sich in Bad Wimsbach-Neydharting zuerst 0:0 vom italienischen Erstligisten Hellas Verona. Bei dieser Partie stand die Hoffenheimer A-Elf auf dem Platz. Gleich danach gab es ein zweites Spiel für den Kader des neuen Trainers Alfred Schreuder, diesmal gegen den türkischen Erstligisten Trabzonspor - es endete 3:3. In dieser Begegnung wurden viele Profis eingesetzt, die zu den Ergänzungsspielern zu rechnen sind, allerdings auch Nadiem Amiri, der in Leverkusen im Gespräch ist. Amiri und zwei Mal Szalai trafen nach 0:2-Rückstand. Trabzonspor glich spät aus.

Seit einer Woche schuftet die TSG 1899 Hoffenheim in Oberösterreich im Trainingslager. Der neue Trainer Alfred Schreuder nahm sich am trainingsfreien Mittwochnachmittag in Windischgarsten Zeit und sprach über

die Zielsetzung für die Saison:

"Darüber habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht. Auch mit der Mannschaft habe ich darüber noch nicht gesprochen. Am Ende des Transferfensters werden wir schauen, was wir haben. Grundsätzlich ist es so, dass ich im März unterschrieben habe und uns seither drei Topspieler verlassen haben. Das einzige, was ich heute über unser Ziel sagen kann: Wir wollen einen Fußball spielen, den das Publikum liebt."

seine bisherige Rolle als Co-Trainer:

"Es ist ein Vorteil, beide Rollen zu kennen. Als Co-Trainer denkst du immer: Wie würde ich es als Chef machen? Ich kenne die Chefrolle von meiner Zeit bei Twente Enschede vor einigen Jahren, das ist ein Vorteil. Es fühlt sich als Chef anders an."

seine Herangehensweise bei der TSG Hoffenheim:

"Die Art und Weise, wie wir es angehen, die wird so sein wie bisher. Im Detail kann es anders sein, aber es macht keinen Sinn, hier Sachen großartig zu ändern. Julian hat einen super Job gemacht. Es geht immer um die Basics. Ich muss als Trainer ein guter Beobachter sein: Spieler sehen und spüren, ob ich sehe, was sie machen - und etwas sage. Das hat nichts mit Härte zu tun, sondern mit Ehrlichkeit."

Freiheiten für die Spieler:

"Den großen Rahmen kann ich vorgeben. Aber ich kann nicht zu Andrej Kramaric, Ishak Belfodil oder Vincenzo Grifo sagen: Jetzt musst du das 20 Meter vor dem Tor so und so machen. Die Kreativität der Spieler darf man niemals vorgeben. Vor dem Tor machst du Dinge nicht bewusst. Die schönsten Tore sind intuitive Tore. Wenn wir den Ball haben, sind wir alle Angreifer, wenn wir den Ball nicht haben, sind wir alle Verteidiger."

Rotation:

"Ich bin ein Trainer, der von Spiel zu Spiel nicht zu viel wechselt. Das hängt aber auch immer davon ab, wie es sich anfühlt. Damals mit Julian Nagelsmann fand ich es richtig gut, wir haben ab und zu gewechselt - natürlich auch abhängig vom Gegner. Bei Ajax Amsterdam war es ähnlich."

den Umgang mit den jüngeren Spielern:

"Ich habe gelesen, dass die jungen Spieler bei mir nach dem Training die Bälle einsammeln oder die Tore tragen müssen - für mich ist das aber ganz normal. Jeder muss seine Position in einem Fußballverein kennen. Und die Jüngeren sollen froh sein, dass sie jung sind und dabei sein dürfen. Ich glaube nicht, dass die junge Generation hochnäsig ist. Aber dass ein Berater oder ein Journalist immer sagt, wie gut ein Spieler ist, heißt noch nichts. Wer von den A-Junioren zu den Profis hochkommt, muss wissen, dass er wieder bei null anfängt. Ich habe unseren jungen Spielern - Dennis Geiger, Justin Hoogma, Ilay Elmkies, Lucas Ribeiro und Christoph Baumgartner - auch erklärt, warum sie nach jedem Training Heinz Seyfert (TSG-Zeugwart, Anmerkung der Redaktion) helfen sollen. Und sie haben super reagiert."

Führungsfiguren im Team:

"Wichtig ist, dass die Leader der Gruppe auch die Jüngeren mitnehmen. Kevin Vogt, Benjamin Hübner oder Ermin Bicakcic machen es auch sehr gut, dass die Jungen das Gefühl bekommen, dazuzugehören. Bei den Themen Kapitän und Mannschaftsrat bleibt - Stand jetzt - aus meiner Sicht alles beim Alten."

einen Strafenkatalog und die Handynutzung:

"Ich denke nicht, dass wir Strafen verteilen müssen, sondern denke immer positiv. Zum Thema Handy habe ich nur gesagt, dass es beim Essen nicht benutzt werden soll. Da sollen sie miteinander reden. Wenn wir gemeinsam essen, dann gehört es sich einfach nicht, am Handy zu sitzen. Das sind im Trainingslager etwa dreimal 20 Minuten am Tag - das sollte gehen. Aber dazu habe ich auch nichts Negatives von den Jungs gehört."

öffentliches Training:

"Das gibt es bei Ajax Amsterdam nicht. Da wären sonst jeden Tag 2000 Leute da gewesen. Das war zu viel, da wurde alles gefilmt. Ich will schauen, wie das hier in Hoffenheim läuft. Grundsätzlich muss Hoffenheim ein offener Club sein. Wenn ich allerdings immer das Gefühl habe ausspioniert zu werden, dann müssen wir schauen."

Es geht ums Geld, und nicht um Kleingeld. Aus der Sicht des schwäbischen Unternehmers ist der Freitagabend wichtig. Aber Rudi Sprügel schaut nicht nur als Firmenchef auf den Stuttgarter Start in die Zweitliga-Saison. Er ist auch VfB-Fan. Es ist sein Herzensverein. "Bei dem wir als Jugendliche oft im Stadion waren, zu Hansi Müllers Zeiten."

Wenn es nun los geht in der 2. Liga, am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) gegen Hannover 96, wird Rudi Sprügel wieder im Stadion sein. Als Fan und als Geldgeber. Erstmals wird der VfB Stuttgart ein Punktspiel in einem Dress von Jako bestreiten. Und Sprügel ist der Gründer und Chef des Hohenloher Ausrüsters. Jako hat seinen Sitz im kleinen Hollenbach. Für die Firma war es ein Coup, mit Schwabens Fußballstolz ins Geschäft zu kommen. Noch vor dem Abstieg. Und trotzdem. "Der VfB war schon immer ein Herzenswunsch", sagt Rudi Sprügel.

Von Adidas über Puma zu Jako

Einst waren die Stuttgarter ein Adidas-Verein, als die deutsche Nummer eins unter den Sportausstattern noch die Bundesliga dominierte. Zuletzt lief der VfB lange in Puma-Trikots auf. Adidas ist mittlerweile nur noch Partner des FC Bayern. Jako hat im Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen auch einen hochrangigen deutschen Club unter Vertrag. Aber für den Chef ist der VfB immer noch ein großer Fisch. "Obwohl da gerade Demut angesagt ist."

Man merkt es Rudi Sprügel an, wenn man ihm in der Firmenzentrale gegenüber sitzt, dass das Wohl und Wehe des Stuttgarter Zweitligisten für den Jako-Boss keine Randnotiz ist. "Beim VfB ist die Stimmung im Moment ja ziemlich aufgeladen." Erst der bittere Abstieg, dann die missratene Mitgliederversammlung und der Rücktritt von Präsident Wolfgang Dietrich - "ein erfolgreicher Start in die Saison ist für den VfB jetzt ganz, ganz wichtig", sagt Sprügel. "Im Moment sind die Fans noch ein bisschen gespalten, wissen nicht, in welche Richtung es geht. Wenn es in der 2. Liga gut läuft, ist der Abstieg schnell vergessen. Aber wenn es schlecht läuft und der Frust sich richtig tief reinfrisst, dann wird es hart."

Der VfB Stuttgart als Multiplikator

Wenn Rudi Sprügel um Hollenbach herum unterwegs ist, sieht er ganz viele Trikots und Shirts aus eigener Herstellung. Hohenlohe ist Jako-Land. Aber jetzt hat der VfB Stuttgart überall im Ländle dafür gesorgt, dass Jako-Trikots spazieren getragen werden. "Ich sag immer, es sind noch viel zu wenige", scherzt der Firmenchef, um hinterherzuschieben: "Nein, die Entwicklung ist natürlich super." Der VfB ist ein guter Multiplikator. "Auch wenn es sich sportlich gerade in die falsche Richtung entwickelt hat mit unserem VfB. Aber er ist und bleibt das Aushängeschild der Region. Wir hoffen alle, dass wir nach der Saison Grund zum Feiern haben."

So sagt es Sprügel. Der sofortige Wiederaufstieg in die Bundesliga ist nicht nur das Ziel der Stuttgarter Funktionäre, auch der Trikotlieferant, der pro Jahr etliche Millionen Euro an den VfB überweist, hofft darauf. "Es ist eben ein Traditionsverein, der eine brutal gesunde Fanbasis hat. Natürlich waren die Fans sauer über den abermaligen Abstieg. Aber jetzt hoffen wir auch alle, dass der sportliche Switch mit einer runderneuerten Mannschaft Erfolge bringt."

Rudi Sprügel sagt vor dem Auftakt gegen Hannover 96: "Ich wünsche mir einen 2:1-Sieg. Zumindest einen Sieg, das Ergebnis ist letztlich wurscht."

Wiederaufstieg gilt nicht als Selbstläufer

Denn es geht vor allen darum, den Frust-Modus der vergangenen Saison in positiven Schwung zu verwandeln. "Die vielen neuen Spieler sind natürlich auch eine Herausforderung. Man muss da Geduld aufbringen mit der Mannschaft. Der VfB ist aufgrund seines Namens, seines Potenzials und seiner Wirtschaftskraft in der Favoritenrolle, aber die Mannschaft braucht auch Zeit, um sich zu entwickeln. Der neue Trainer mit seinen Ideen braucht Zeit. Hoffentlich haben die Fans Geduld, sollte es am Anfang nicht gleich gut laufen."

Das könnte passieren, los geht es gegen einen Mitabsteiger aus dem Oberhaus. Sprügel weiß, dass die Mission Wiederaufstieg kein Selbstläufer ist. "Es sind in dieser Saison gleich vier Mannschaften, die nicht nur hoch wollen, sondern es fast müssen. Der VfB, Hamburg, Hannover und auch Nürnberg. Es geht danach auch gleich weiter. Bochum wird ganz heiß gehandelt in Insiderkreisen, weil die eine gestandene Mannschaft haben. Die Spitze ist breit."

Und das Risiko ist entsprechend groß.

Aber ein Unternehmer wie Rudi Sprügel schaut eher auf die Chance als aufs Risiko. Wobei, zumindest eines ist glasklar: VfB-Präsident will er bei der nach dem Dietrich-Rücktritt erforderlichen Wahl nicht werden. "Nein, wirklich nicht. Darüber habe ich nicht im allerhintersten Hinterkopf nachgedacht." Der Jako-Chef lacht herzhaft. "Da gibt es geeignetere Kandidaten, denke ich." Dann wird er ernst. "Ich muss auch sagen, ich bin bei dieser ganzen Präsidentenkritik, die Wolfgang Dietrich über sich ergehen lassen musste, nicht ganz dabei. Man kann diesen Mann nicht komplett alleinverantwortlich machen für den sportlichen Niedergang. Auch die Art und Weise, wie man mit ihm umgegangen ist, war nicht in Ordnung. Mit Sicherheit hat er Fehler gemacht, aber wenn es dann Morddrohungen und Ähnliches gibt, das geht weit über den Rahmen hinaus."

Die Entwicklung von Leverkusen ging zuletzt in die entgegengesetzte Richtung

Im Reich von König Fußball gibt es nicht nur Jubel, Trubel, Heiterkeit. Rudi Sprügel durfte aber auch das miterleben. Als es in der Rückrunde für den VfB Richtung 2. Liga ging, schaffte der Jako-Club Bayer Leverkusen noch den Sprung in die Champions League. Mit "offensivem, spektakulären Fußball. Das hat Freude gemacht, gerade wenn da junge Spieler sind wie Havertz, Brandt, Bailey, Tah."

Sprügel ist vor allem von der Entwicklung des Jungnationalspielers Kai Havertz fasziniert. So einen hätte er im 30. Jahr der erfolgreichen Firmengeschichte gerne als Werbe-Gesicht für Jako unter Vertrag. "Absolut. Aber das ist für uns eine Sphäre, die unsere Finanzkraft sprengen würde. Bei einem Ronaldo oder einem Messi, da bewegen wir uns im 100-Millionen-Bereich für eine Privatvermarktung. Da sind wir trotz der vielen Trikots und Shirts, die wir verkaufen, noch eine Nummer zu klein. Aber es ist der Wunsch und das Ziel, einen solchen Kopf zu finden. Gerade wenn es um solche positiven Gesichter geht wir bei Kai Havertz. Der überzeugt nicht nur fußballerisch, sondern auch mit seiner Persönlichkeit. Wenn man so jemanden vermarkten kann, ist das ein Glückstreffer."

Erst einmal wäre Rudi Sprügel aber sehr zufrieden, sollte der VfB Stuttgart, sein Herzensverein, den Bundesliga-Aufstieg klar machen. Jako würde gerne ganz, ganz viele Aufstiegs-Shirts herstellen.

Nur fünf kommen nicht: 13 von 18 Bundesligaclubs bereiten sich in diesem Sommer in Österreich auf die Saison vor: Gleich drei Vereine tun dies in Windischgarsten, einem 2400-Einwohner-Luftkurort auf 602 Metern Höhe. Nacheinander steigen Union Berlin, die TSG Hoffenheim und Eintracht Frankfurt im Vier-Sterne-Superior-Haus von Horst Dilly ab. Warum eigentlich?

"Die Infrastruktur für die Teams ist einzigartig", sagt der Hotel-Chef. Sein Handy klingelt während des Gesprächs, er schaut kurz drauf: "Wolfsburgs Co-Trainer", sagt er dann: "Der will auch vorbeikommen."

Fünf Fußballplätze hat Windischgarsten, zwei davon direkt am Hotel. Aus den Zimmern sind es nur ein paar Meter auf den Platz. Der Mannschaftsbus der TSG 1899 Hoffenheim kann vorm Hotel stehen bleiben. "Das ist unser Vorteil", sagt Horst Dilly während des Hoffenheimer Trainings. Kein anderer beherbergt im Juli so viele deutsche Profifußballer. "Manche freuen sich darüber, manche sind sicher neidisch", sagt Dilly: "Für die Region ist es unbezahlbare Werbung."

12.000 Übernachtungen im Dunstkreis der Profifußballklubs

12.000 Übernachtungen gingen im Jahr 2018 in Oberösterreich auf das Konto von Profifußballklubs, ihrem Tross sowie mitreisender Fans und Journalisten. "In diesem Jahr soll sich diese Zahl auf 14.000 steigern", sagt Marie-Louise Schnurpfeil, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes. Das lässt man sich Geld kosten. "Es gibt eine Kooperation zwischen der Urlaubsregion Pyhrn-Priel und dem Oberösterreich-Tourismus, in der auch die finanziellen Aspekte der Fußballtrainingslager geregelt sind. Grundsätzlich sieht es so aus, dass wir uns mit Zuschüssen an den Trainingslagern beteiligen."

Die TSG Hoffenheim ist zum dritten Mal nacheinander in Windischgarsten. Kapitän Kevin Vogt war immer dabei. "Wir sind alle zufrieden", sagt er. Bei Hoffenheimer Heimspielen macht die Region Pyhrn-Priel Bandenwerbung. Wirkt die Fußball-Werbung denn im Kraichgau? "Dafür müsste ich mir die Postleitzahlen der Gäste anschauen", sagt Horst Dilly. Klar ist für ihn: "Die Übernachtungszahlen aus Deutschland steigen." Die Tourismusmanagerin gesteht beim Thema Fußball-Werbung: "Die Popularität und das wirtschaftliche Potenzial der Trainingslager reichen nicht an die eines alpinen Skiweltcups heran." Ende Februar 2020 geht es im Nachbarort Hinterstoder um Weltcup-Punkte.

Im Bett von Julien Nagelsmann geschlafen

Jetzt aber ist Sommer. Schnee liegt nur noch ganz oben, unterhalb des Großen Pyhrgas mit seinen 2244 Metern. In Windischgarsten sind die Hotels und Pensionen gut ausgelastet. Auch das Haus von Horst Dilly. "Wenn ein Gast Fußball-Fan ist, dann sagt man ihm bei der Abreise: Jetzt haben Sie im Bett geschlafen, in dem auch schon Julian Nagelsmann lag", sagt der Hotel-Chef.

Räumlich ist im Wellnesshotel alles getrennt. Normalos und TSG-Profis laufen sich kaum über den Weg. Dank verschiedener Wellnessbereiche, verschiedener Restaurants und Buffets. "Die Bundesligisten schicken ihre Menüpläne. "Das bereitet dann unsere Küche zu", erzählt Horst Dilly. Die Mini-Bars in den Zimmern der TSG-Profis sind übrigens leergeräumt.

Trotz dauerhaft 30 Grad im Schatten sind die Bedingungen perfekt. Damit alles schön grün bleibt, läuft die Bewässerungsanlage derzeit auf Hochtouren. "50 Kubikmeter Wasser kommen da pro Platz und Tag bestimmt zusammen", sagt Horst Dilly. "Der Platz ist das Allerwichtigste bei einem Trainingslager, damit fängt alles an", sagt Max Vollmar, Hoffenheims neuer Teammanager.

Drei Stunden nachdem die Hoffenheimer an diesem Freitag im Hause Dilly auschecken, checkt Eintracht Frankfurt ein. Vom Europa-League-Qualifikationsspiel in Estland geht es direkt nach Oberösterreich. Ein Aufeinandertreffen gibt es erst zum Saisonstart in rund drei Wochen. Am 18. August (15.30 Uhr) spielt die TSG in Frankfurt.

Rund 45 Millionen Euro überweist Newcastle United für Stürmer Joelinton an die TSG Hoffenheim. In Newcastle wird Joelinton nicht um die Meisterschaft, nicht um nationale oder internationale Titel spielen. Verlockend ist dort für einen jungen Brasilianer nicht die Aussicht auf Titel oder internationale Spiele. Nein, es ist einzig der Blick auf den Kontoauszug.

Die Ablösesumme für Joelinton war vor wenigen Jahren noch der Hoffenheimer Etat für eine komplette Bundesliga-Saison. Inklusive der Gehälter aller Profis. Sitzt aktuell bei Vertragsverhandlungen auf der einen Seite ein Bundesligaverein, auf der anderen ein Premier-League-Club, dann erinnert die Szenerie an einen Mafia-Film. Selbst der mittelmäßigste Premier-League-Verein lehnt sich zurück und sagt: "Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann." Das englische TV-Geld fließt bei allem Wehklagen über einen deutschen Wettbewerbsnachteil auch in die Bundesliga.

Inwiefern Clubs wie die TSG 1899 Hoffenheim nachhaltig davon profitieren, hängt von ihrer Transferstrategie ab. Mehr als 100 Millionen Euro hat die TSG in dieser Transferperiode eingenommen. Das Kunststück besteht nun darin, das frische Kapital clever einzusetzen, möglichst erneut zu vervielfachen, ohne dass die sportliche Rendite darunter leidet. Ein Spagat, der Sportdirektor Alexander Rosen und Co. in der Vergangenheit prima gelungen ist.

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florian.huber@stimme.de

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